Interdisziplinarität im MTAR-Alltag: Schlagwort oder Realität?
37. Herbstseminar der Medizinisch Technischen Akademie Esslingen
Die meisten medizinisch-technischen Assistentinnen und Assistenten der Fachrichtung Radiologie arbeiten radiologisch. Liest sich selbstverständlich, ist es aber nicht: nur ca. 70% der MTARs sind in der Radiologie beschäftigt, die anderen haben einen strahlentherapeutischen (ca. 20%) oder nuklearmedizinischen (ca. 10%) Schwerpunkt. Dafür wurden sie ja auch ausgebildet – insofern spiegelt die Berufsbezeichnung nicht die Komplexität der Ausbildung wider. Was allerdings im Laufe des Berufslebens passiert: Man spezialisiert sich und „verliert sich aus den Augen“, wird „Röntgenassistent“, „Strahlentherapeutin“ oder arbeitet in der „NUK“ und hat wenig tiefer gehenden Kontakt mit dem Nachbarfach.
Diese Ausgangslage war Thema beim 37. Herbstseminar der Medizinisch Technischen Akademie Esslingen am 22. u. 23. Oktober 2010. Anhand der Fallbeispiele Brust- und Bronchialkarzinom stellten erfahrene Referenten den neuesten Stand von Bildgebung und Therapie in den Disziplinen vor. Man ging sogar noch einen Schritt weiter: Es ist von entscheidender Bedeutung, dass im Falle einer Operation der Chirurg beispielsweise dem Röntgen- oder PET/CT-Bild diejenigen Informationen problemlos entnehmen kann, die er braucht. Um das zu bewerkstelligen, ist es für „Radiologen“ und „Nuklearmediziner“ wichtig, die Anforderungen der Spezialisten zu kennen. Dr. Cornelia Kurz, Klinikum Esslingen, und Professor Dr. Hermann Aebert, Klinikum Donaueschingen, verdeutlichten in faszinierenden Vorträgen ihre Arbeitsweise und den Stellenwert eines adäquaten Bildes für die Eingriffe.
Grundsätzlich strebt der Programmausschuss unter Leitung von Professor Dr. Stefan Krämer, Leiter der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin des Klinikums Esslingen, jedes Jahr einen Einblick in die aktuellen Weiterentwicklungen des Fachgebiets und eine Diskussion der Alltagsproblematik im MTAR-Arbeitsleben an. „Uns geht es um die Diskussion aktueller berufsständischer Probleme einerseits und andererseits um den Blick auf Entwicklungen, mit denen sich die medizinisch-technischen Assistentinnen und Assistenten bereits jetzt oder in naher Zukunft beschäftigen werden“, so Christoph Schultz, MTAE, als organisatorischer Leiter Mitglied des Programmausschusses.
Diese Zielsetzung unterstreicht auch die Teilnahme der Aussteller (Tietze medical GmbH, SanoChemia Diagnostics, Dr. F. Köhler-Chemie GmbH, C. R. Bard GmbH, Ulrich medical), die mit dem Zuspruch während der Pausen sehr zufrieden waren, und das durch eine materielle Unterstützung belegte Interesse der Firmen Siemens und Bard.
Die Praxisseminare am Samstag gaben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, das Gehörte auch praktisch auszuprobieren – wie immer wurde dieses Angebot rege wahrgenommen.
Die Reaktion der Besucher bescheinigte dem Programmausschuss, ein abwechslungsreiches und informatives Programm zusammengestellt zu haben – gerade unter dem Aspekt, mal wieder über den Tellerrand blicken zu wollen: „Es ist unglaublich, was sich seit meiner Ausbildung in der Strahlentherapie getan hat“, so beispielsweise eine („radiologische“) Teilnehmerin im Anschluss an die Ausführungen von Professor Dr. Helmut Gnann, Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie am Klinikum Esslingen.
Da auch die Organisation klappte, blickt die Medizinisch Technische Akademie auf eine gelungene Veranstaltung zurück – und wird 2011 mit einer neuen Konzeption aufwarten: 21./22. Oktober 2011.
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Die Medizinisch Technische Akademie Esslingen (MTAE), gegründet 1975, ist staatlich anerkannte Berufsfachschule bzw. Fachschule für Techniker. Sie bildet Medizinisch-Technische Assistenten (MTA) und Medizintechniker aus. Die MTAE fusionierte 1995 mit der Technischen Akademie Esslingen (TAE).
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Die Technische Akademie Esslingen (TAE) bietet seit über 50 Jahren Weiterbildung auf höchstem Niveau an – im technischen und nichttechnischen Bereich der Wirtschaft. Kundennutzen steht dabei im Mittelpunkt. Die TAE führt pro Jahr über 800 Veranstaltungen durch, entwickelt Weiterbildungskonzepte und berät Unternehmen zum Thema Mitarbeiterqualifizierung. Sie ist zudem Veranstalter von internationalen Kolloquien und Symposien. www.tae.de
Ansprechpartner:
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