Lehrerin/Lehrer an Lehranstalten für technische Assistenten/-innen in der Medizin
Didaktische Grundsätze
Bei der Weiterbildung zur Lehrkraft für technische Assistenten/-innen in der Medizin fehlen verbindliche Regelungen wie Weiterbildungs- und Prüfungsordnungen von staatlicher oder berufsständischer Seite. Der Bedarf nach Lehrkräften mit einer pädagogischen Weiterbildung wächst aber auch in diesem Bereich aufgrund steigender Anforderungen an die Berufsbildung. Die Medizinisch Technische Akademie Esslingen hat eine berufsbegleitende Weiterbildungsmaßnahme entwickelt, die auf diese Anforderungen ausgerichtet ist.
Ziel der Weiterbildung ist die Vermittlung einer umfassenden berufspädagogischen Handlungskompetenz. Eine Weiterbildung darf sich heute nicht nur auf die Vermittlung fachspezifischen Wissens konzentrieren, sondern muss die Förderung der Gesamtpersönlichkeit in den Blick nehmen. Die Entwicklung einer umfassenden Handlungskompetenz wird durch die Förderung von Schlüsselqualifikationen erreicht.
Da die Absolventen/-innen dieser Maßnahme in ihrer späteren Berufspraxis als Lehrer/-innen diese Schlüsselqualifikationen mit dem Ziel einer umfassenden beruflichen Handlungskompetenz an ihre Schülerinnen und Schüler zu vermitteln haben, orientiert sich auch die Weiterbildung am Konzept der Schlüsselqualifikationen.
Dabei liegt das von der Berufspädagogik entwickelte Bildungs- oder Leitziel der beruflichen Handlungskompetenz mit ihren Strukturkomponenten Fachkompetenz, Sozialkompetenz, Selbstkompetenz und Methodenkompetenz zugrunde, die sich gegenseitig bedingen:
Handlungskompetenz wird definiert als die Fähigkeit und Bereitschaft, in Situationen der beruflichen, öffentlichen und privaten Lebensbereiche sachgerecht, reflektiert und verantwortlich zu handeln, d.h. es geht hier um eine aufgaben- und situationsgerechte Verknüpfung von Fach-, Methoden-, Selbst- und Sozialkompetenz.
- Unter Fachkompetenz wird dabei die systematische Aneignung,
Anwendung und Umsetzung von Fachwissen verstanden sowie die Fähigkeit zur sachgerechten Bewältigung komplexer und variabler Problemstellungen einschließlich der dafür notwendigen Methoden, Verfahren, Prozeduren und Techniken des Arbeitsbereiches. - Unter Methodenkompetenz wird vor allem das zielgerichtete
Erschließen und Aneignen von neuem Wissen, im engeren Sinn von Informationsbeschaffung, -verarbeitung und -wiedergabe verstanden, worunter auch Lern- und Arbeitstechniken, effiziente Arbeitsverfahren und Kreativitätsmethoden fallen, das Beherrschen von Planungstechniken zur Problem- und Zeitstrukturierung bzw. eine generelle Problemlösungsfähigkeit. - Der Begriff Sozialkompetenz bezieht sich auf die gesamte Persönlichkeitsstruktur eines Menschen und sein Verhalten im zwischenmenschlichen Interaktionsprozess.
- Unter Selbstkompetenz werden die Bereitschaft und Fähigkeit zu verantwortungsvollem Handeln sowie die Ausrichtung dieses Handelns an ethisch-moralischen Werten und Überzeugungen verstanden.
Schlüsselqualifikationen werden vor allem durch die Anwendung
handlungsorientierter Unterrichtsmethoden in der Weiterbildung und durch das möglichst weitgehend selbstgesteuerte Lernen der Teilnehmer/-innen erreicht.




