Was machen Medizinisch-technische Radiologieassistenten/-innen (MTRA)?

Ärzte benötigen bei Ihren Diagnosen und Behandlungen kranker Menschen erfahrene Hilfe – Assistenz. Heute sind die technischen Möglichkeiten so ausgefeilt, dass der Begriff Assistenz den Charakter der Tätigkeit nicht mehr trifft – hier geht es um Experten an der Schnittstelle zwischen Medizin und Technik, die in der Lage sind, eigenverantwortlich und selbstständig wertvolle Arbeit zu leisten.

In der Röntgendiagnostik erstellen MTRA Röntgenaufnahmen, für deren Qualität sie selbst verantwortlich sind. Bei Funktions- und Spezialuntersuchungen assistieren sie dem Arzt in der Anwendung der technisch zum Teil sehr komplizierten Untersuchungsgeräte und -verfahren. Der zunehmende Einsatz von Datenverarbeitungssystemen – auch in Strahlentherapie und Nuklearmedizin – erfordert ein kritisches Verständnis bei der Handhabung dieser Geräte. So verfügt die Schule über ein modernes digitales Röntgengerät mit einem angeschlossenen Patientenarchivierungs-System (PACS), mit dem Patientendaten digital gespeichert und rund um den Globus geschickt werden können.

In der Strahlentherapie werden Tumore durch Anwendung von Strahlen zerstört oder verkleinert. Viele Menschen werden so geheilt, bei anderen können die Beschwerden gelindert werden. MTRA wirken bei der vorausgehenden Bestrahlungsplanung mit und führen die Bestrahlungen von einem strahlengeschützten Schaltraum aus durch. Die Patienten kommen mehrere Wochen zur Bestrahlung, während dieser Zeit können MTRA einen guten Kontakt zum Patienten aufbauen. Die meist schwerkranken Patienten freuen sich über eine liebevolle Betreuung und einfühlsame Führung während der wochenlangen Behandlung.

In der Nuklearmedizin werden radioaktive Substanzen in geringer Menge und mit sehr kurzer Lebenszeit verwendet, die dem Patienten minimal dosiert verabreicht werden. Ihre räumliche Verteilung und ihr zeitlicher Speicherungsverlauf im Körper wird mit hochempfindlichen, meist computergesteuerten Messgeräten registriert und gibt Auskunft über bestimmte Krankheiten.

Medizinisch-Technische Radologieassistenten

Ausbildung und Tätigkeitsfelder

Die staatlich anerkannte Ausbildung zur Medizinisch-technischen Radologieassistenz dauert drei Jahre; sie beinhaltet ein Jahr Praktikum im Krankenhaus oder einer Fachpraxis. Zugangsvoraussetzung ist ein mittlerer Bildungsabschluss.

Allen Arbeitsbereichen gemeinsam ist der ständige Umgang mit Patienten, was neben der fachlichen Qualifikation auch die Fähigkeit erfordert, auf die physischen und psychischen Probleme der Kranken eingehen zu können. Alle Mitarbeiter in der Radiologie werden in der gesamten Ausbildung mit Messgeräten überwacht. Strenge Strahlenschutzvorschriften und regelmäßige Untersuchungen bieten weitere Sicherheit.

Auszubildende der MTAE haben die Möglichkeit, parallel zu ihrer Ausbildung den akademischen Grad Bachelor of Arts zu erwerben. Der ausbildungsbegleitende Studiengang Medizinalfachberuf (B.A.) kann nach Abschluss des ersten Ausbildungsjahres besucht werden. Er ist eine Kombination aus Selbststudium und Vorlesungsbesuchen.

Radiologie-Abteilungen in Kliniken, Universitätsinstitute, Max-Planck-Institute, Industrie, Gesundheitsämter, Versicherungsanstalten oder Facharzt-Praxen – die Berufsaussichten sind nicht nur hervorragend, sondern auch vielseitig.

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